nächtliche Panoramen

Eigentlich wollte ich den Sonnenuntergang fotografieren. Am Himmel waren leichte Schleierwolken, die interessante Farbenspiele versprachen und vom geplanten Standort an der Straße zwischen Klein Rogahn und Wittenförden hat man auch einen weiten Blick in die Umgebung.

 

Aber ich hab mal wieder zu lange rum getrödelt beim Rucksack packen. Die schönsten Farben und Wolkenformationen sehe ich vom Fahrrad aus, während ich zum Zielort strampel. Kurz nach 19:30 Uhr bin ich da und sehe gerade noch den letzten Rest Sonne am Horizont versinken. Okay, dann eben nur der zweite Teil des Plans. Im Internet hab ich mir in den letzten Tagen etliche nächtliche Panoramaaufnahmen angeguckt und will unbedingt mal versuchen, ob ich das auch so zusammengebaut bekomme.

Ich kann mir jetzt Zeit lassen. Bis die Sterne einigermaßen zu sehen sind vergehen noch gut 2 Stunden. Vorausgesetzt, die Wettervorhersage stimmt und die Bewölkung lockert noch ein wenig auf. Ich richte mich ein paar Meter neben der Straße erst einmal ein. Eine kahle und vor allem trockene Stelle im Rübenacker bietet sicheren Stand für das Stativ und ich kann mich bei Bedarf auch mal hinsetzen. Weit genug weg von den nächsten Feldgehölzen und dem Maisfeld nebenan bin ich auch. Seit mich neulich im Schweriner Schlossgarten fast die Wildschweine umgerannt haben bin ich da etwas vorsichtig.

Blick mit dem 200mm Tele-Objektiv zum Heizwerk in Schwerin-Süd.
Blick mit dem 200mm Tele-Objektiv zum Heizwerk in Schwerin-Süd.

Nachdem alles aufgebaut ist und ein paar Probeaufnahmen gemacht sind, gibt es erst mal Abendbrot auf dem Acker. Müsli-Riegel und Tee aus der Thermoskanne. Den werde ich wohl noch brauchen. Noch reicht das T-Shirt, aber es wird merklich frischer und feuchter.

Gegen 22.00 Uhr ist es dann auch fast dunkel genug, soweit man davon hier in Stadtnähe überhaupt sprechen kann. Im Osten, über Schwerin, liegt eine ziemliche Lichtkuppel, so dass von der Milchstraße nur die hellen Sterne zu erkennen sind. 

Blick in Richtung Schwerin
Blick in Richtung Schwerin

In Richtung Westen braucht der Mond noch ca. eine viertel Stunde bis er untergeht und die Sicht auf die Milchstraße nicht mehr stört. Aber erst einmal macht er sich ganz gut in der Panoramaaufnahme. Auf den Feldern am Siebendörfer Moor zieht irgendein Landwirt unermüdlich seine Runden. Trotz geschätzter Entfernung von 500 - 600 Metern bin ich manchmal von den Scheinwerfern seines Treckers geblendet. (siehe Bild ganz oben)

Blick nach Groß Rogahn. Panorama aus 15 Einzelbildern.
Blick nach Groß Rogahn. Panorama aus 15 Einzelbildern.

Noch ein letztes Panorama vom Nachthimmel mit Milchstraße über Groß Rogahn, dann baue ich um. 200 mm Tele statt Weitwinkelobjektiv. Ich möchte noch ein paar Deep Sky Aufnahmen machen. Ganz nah dran an irgendwelchen Sternhaufen. Mit dem Intervall-Timer mache ich dann noch etwa 400 Aufnahmen, um sie später am Rechner zusammenzufügen. Nah dran hat funktioniert, das scharfstellen leider nicht so gut. Die Bilder sind alle im Papierkorb gelandet und auf mich wartet demnächst eine neue Nachtwanderung.

Milchstraße über Groß Rogahn - Panorama aus 4 Einzelbildern
Milchstraße über Groß Rogahn - Panorama aus 4 Einzelbildern

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Kar in und Klaus (Freitag, 09 September 2016 18:59)

    Bravo! Das ist sowas von beeindruc kend!!! Wir sid begeistert