Radtour zum Grambower Moor

Heute will ich mal in Richtung Grambower Moor radeln. Vielleicht finde ich ja den kleinen See, den ich bei Google Maps entdeckt habe. Und wenn nicht, kann ich vielleicht am Großen Moorsee ein paar schöne Fotos vom Wollgras machen. 

Als ich kurz nach 15.00 Uhr starte ist es ziemlich bewölkt. Nicht unbedingt die schönsten Fotowolken, aber auch nicht gleichmäßig grau. Es ist trocken, ab und zu kommt sogar die Sonne durch, es sind 22 Grad - bestes Tourwetter. 

Von Krebsförden geht es über Görries und den Fasanenhof in Richtung Klein und Groß Rogahn. Zwischen den beiden Dörfern mache ich den ersten Foto-Stopp. Vom Radweg aus, der durch die hügelige Landschaft führt, hat man einen ziemlich guten Blick über das Siebendörfermoor. (Na ja, was man hier in Mecklenburg eben so als hügelig bezeichnet. Da sind 20 Meter Höhenunterschied schon eine bedeutende Erhebung.)

Immer wieder fasziniert bin ich von der 380 kV Freileitung Schwerin - Hamburg, die hier kurz vor dem Umspannwerk Görries so unglaublich dominant die Landschaft durchschneidet. Je nach Lichteinfall und Blickwinkel ergeben sich immer wieder neue, fotografisch interessante Anblicke.

Radweg zwischen Klein und Groß Rogahn
Radweg zwischen Klein und Groß Rogahn

In Groß Rogahn verlasse ich die Straße nach Stralendorf und nehme einen Feldweg in Richtung Moor. Das leicht hügelige Gelände verbirgt recht bald den Blick das Dorf. Selbst die Straße  ist nur durch die Reihe Alleebäume erkennbar. Die abgeernteten Felder rundum laden zu einer weiteren Fotopause ein.


Ein paar hundert Meter weiter überquere ich einen breiten Wassergraben, der sich scheinbar rund um das ganze Gebiet zieht und bin dann auch schon im Moor verschwunden - zumindest optisch. Es ist kein ausgewiesener Wanderweg, aber auch nicht gesperrt und so folge ich erst einmal dem Waldweg. Der ist zunächst noch recht bequem mit dem Rad zu befahren, wird aber allmählich immer schmaler, so dass ich besser absteige und das Rad neben mir her schiebe.

Ein Blick auf das Handy - das GPS zeigt mir, dass ich mich noch in der angepeilten Richtung bewege. Der Weg scheint auch regelmäßig genutzt zu werden, allerdings wird er immer schmaler, ist am Ende fast nur noch ein Trampelpfad, auf dem immer öfter Äste und umgefallene Bäume liegen.

Bis auf ein paar Pilze gibt es hier nichts fotogenes. Zu dicht ist der Sumpfwald, es fehlen einfach die Ein- bzw. Ausblicke. Den gesuchten, kleinen See finde ich nicht und die alten Torfstiche sind ziemlich verlandet und zugewuchert. Einerseits ist das hier ein Naturschutzgebiet und andererseits habe ich auch genügend Respekt vor dem Moor, um schön brav auf dem Weg zu bleiben.

Ein paar Meter und ein paar Pilze weiter finde ich mich plötzlich auf dem offiziellen Rundwanderweg durch das Moor wieder. Okay, dann schau ich mal, was das Wollgras am Großen Moorsee macht. Noch ein Stück über die angelegten Knüppeldämme und ich bin bei der Aussichtsplattform und ein wenig enttäuscht. Keine weißen, puscheligen Wollgrasknäuel weit und breit. Dafür sind die Schwingwiesen vor dem See seit ich das letzte Mal hier war ganz schön zugewuchert. Überall kleine Birken, Erlen und ein paar Kiefern. Selbst die Wasserfläche ist nicht mehr richtig zu sehen.

Knüppeldamm an der Aussichtsplattform
Knüppeldamm an der Aussichtsplattform

Zurück auf dem Hauptwanderweg kann ich auch wieder aufs Rad steigen. Noch ein Stück durch den Wald und vorbei an abgeernteten Feldern ist es nicht weit bis Grambow. Zwischen Grambow und Wittenförden mache ich noch einen kurzen Halt zum fotografieren. Einmal Landschaft und noch ein paar Details vom Wegrand. Dann geht’s nach Hause.


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